Die Seychellen – Urlaubsparadies auch für Familien mit Baby und Kleinkind?

 

Eignet sich das Inselparadies der Seychellen nur für Frischverliebte und Leute mit zu viel Geld auf dem Konto? Oder sind die Seychellen auch ein Ziel für einen Familienurlaub? Und wie ist es mit kleinen Kindern oder sogar Babies? Diese Fragen lediglich mit einem ganz klaren JA zu beantworten, dürfte den meisten von Euch nicht ausreichen, um schon morgen ins Reisebüro oder Internet zu rennen und eine Seychellen-Buchung für Kind und Kegel vorzunehmen. Um Euch Eurer ersten Familienreise auf die Granitfelsen im Indischen Ozean dennoch entscheidend näher zu bringen, listen wir nachfolgend die wichtigsten Gründe dafür auf, warum und wie man auf den Seychellen einen absolut stressfreien Familienurlaub verbringen kann.

1. Geringe Risiken bei Sicherheit und Gesundheit

 Die Seychellen gelten als vergleichsweise sichere Destination. Nach meinen eigenen Recherchen (und nun auch Erfahrungen vor Ort) sind diese Trauminseln eines der sichersten Tropenländer überhaupt. Wer also seinen Urlaub im Paradies verbringen will und sich gleichzeitig weder über Schlangenbisse, Malaria noch andere Tropen-typische Faktoren sorgen möchte, ist hier genau richtig! Die einzige reale und ernst zu nehmende Gefahr sind strandnahe Meeresströmungen, die saisonal und ortsabhängig vorkommen können. Große Warnschilder weisen jedoch (meist) an den betroffenen Buchten sehr deutlich auf diese Gefahren hin. Dann sollte man auch auf Baden und Schwimmen verzichten. Und bitte nicht von einer herabfallenden Kokosnuss erschlagen lassen!
Die politische und wirtschaftliche Situation des Inselstaates ist als stabil zu bezeichnen. Die Kriminalität ist im Vergleich zum kontinentalen Afrika verschwindend gering. Beklaut werden kann man jedoch überall auf der Welt und natürlich ist dies auch auf den friedlichen Seychellen nie zu 100% auszuschließen. Gesunder Menschenverstand ist auch im Paradies der beste Schutz. Weitere natürliche Gefahren sind auf den Seychellen absolut zu vernachlässigen. Es gibt weder Tornados, noch Vulkane oder Erdbeben. Giftige Tiere kommen nicht vor. Lediglich eine minimale Zahl von Haiattacken wurden in den letzten 20 Jahren notiert, gelten aber als absolute Seltenheit, wenn man überlegt wieviele Menschen sich Tag für Tag in den Gewässern der Seychellen tummeln. Die Seychellen gelten als Malaria-frei. Es muss jedoch erwähnt werden, dass es immer wieder zu vereinzelten Dengue-Fällen (ebenfalls durch Stechmücken ausgelöst) kommen kann. Das Dengue Fieber ist in der Regel nicht so gefährlich wie Malaria, aber daran zu erkranken ist sicherlich kein Spaß – deswegen gilt auch im Paradies: vor Mückenstichen schützen!
Durch die Einhaltung einfacher Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera vermeiden. Die medizinische Versorgung auf den Seychellen ist zwar schlechter als in Deutschland, aber für die üblichen touristischen Krankheitsbilder (Kratzer, Fieber, Durchfall, Sonnenstich) ausreichend. Auf allen der drei Hauptinseln gibt es ein oder mehrere Krankenhäuser/Kliniken und auch (europäische) Zahnärzte. Wir haben die Leistungen des Krankenhauses auf La Digue in Anspruch genommen, da unser Junior durch hohes Fieber und Durchfall glänzte. Auf die Behandlung durch einen Arzt haben wir nur kurz warten müssen. Das Behandlungszimmer war ordentlich und sauber, die Beratung an sich – kurz aber zielführend. Mehr aktuelle Informationen zur Sicherheit findet ihr unter anderem auf den Seiten des Auswärtigen Amts.

2. Traumhaft schöne und für Kinder geeignete Strände

kindergeeigneter Strand auf den Seychellen

Auf allen drei Hauptinseln findet man immer wieder ideale Badebedingungen selbst für die Kleinsten: flache, strömungsfreie und einfach traumhafte Strände, wo Kinder spielen und planschen können, z.B. Beau Vallon auf Mahé, Anse Severe und Source D’Argent auf La Digue, Anse Volbert auf Praslin und viele andere. Eine tolle Übersicht aller Strände samt Fotos und detaillierten Infos findet ihr hier: http://www.seyvillas.com/html/beaches. Selbst die bekanntesten Traumstrände sind selten überlaufen und die meisten bieten genügend Schattenplätze. Aufgrund scharfkantiger Korallen-Reste und Steine sind an manchen Stränden Wasserschuhe oder Sandalen eine gute Option. Die Strände und das Wasser sind generell unglaublich sauber. Von herumschwimmendem Plastikmüll oder gar Glasbruch (siehe Südostasien) keine Spur.

Was man beachten sollte: mit Ausnahme der bekannten, gut besuchten Strände, fehlt an den sonstigen Traumbuchten meist jegliche touristische Infrastruktur. Das heißt weit und breit kein Lebensmitteladen, keine Toilette, kein Kiosk oder ähnlich. Höchstens ein kleiner Stand mit frisch zubereiteten Früchten und Kokosnüssen zum Trinken. Also auf jeden Fall mit Essen und Wasser versorgen und eine Wechsel-Windel dabei haben. Fast alle Strände sind gut zu erreichen. Entweder mit dem Fahrrad (La Digue) oder mit dem Mietwagen/Bus (Praslin und Mahé). Parken ist meist in unmittelbarer Nähe zum Strand möglich. Nicht unter Palmen mit Kokosnüssen parken! Das zahlt die Versicherung nicht…

3.  Mit dem Nachwuchs auf den Inseln unterwegs sein - absolut unproblematisch!

Fahrrad mit Kindersitz auf La Digue Seychellen
Fahrrad mit Kindersitz auf La Digue Seychellen

Für Mahé und Praslin empfehlen wir auf jeden Fall ein Mietauto (siehe zu diesem Thema auch unsere ausführlichen Reisetipps Seychellen von A bis Z). Die Entfernungen auf den beiden Insel sind zu groß um mit dem Fahrrad bequem und stressfrei unterwegs sein zu können. Die Busse werden zwar immer wieder als zuverlässig und pünktlich beschrieben, jedoch heizen diese doch ziemlich durch die Gegend und man will ja entspannt und in einem Stück am Zielort ankommen. Unfälle sind nämlich nicht gerade selten. Ein Mietwagen samt Kindersitz (Babyschale unbedingt vorher abklären!) kann man bereits für 45€ pro Tag bekommen. Die meisten Unterkünfte kennen zuverlässige Anbieter und regeln gerne den Kontakt zwischen Euch und Ihnen inklusive Abholung an Flughafen / Fähre per Namensschild.

La Digue erkundet man aufgrund der schnuckeligen Größe per Fahrrad. Die meisten Unterkünfte haben ihre eigenen. Ansonsten kann man im Zentrum welche mieten. Preis ungefähr 7 € pro Tag. Kindersitze sind auch vorhanden. Mit Helmen sieht es aber deutlich schwieriger aus. Wir (und alle andere Touristen) sind einfach ohne Helme gefahren. Man muss aber dazu sagen dass der Verkehr auf der Insel sehr entspannt verläuft. Neben den Fahrrädern gibt es zahlreiche Elektro-Mobile, mit denen die Resort-Gäste kutschiert werden und einige wenige Klein-LKW, die nun eben mal für den Transport von Baumaterial und größeren Lasten unabdinglich sind. Die Straßen sind breit genug und meistens auch betoniert und in gutem Zustand. Offroad nur ganz wenig. Alle interessanten Orte kann man im Rahmen eines entspannten Familienausflug per Rad erreichen. La Digue ist unserer Meinung nach die beste Insel für einen behüteten und entspannten Urlaub mit (kleinen) Kindern: die Uhren ticken noch langsamer als auf der Hauptinsel und die Wege sind sehr kurz.

4. Mahlzeit! Auch die Kleinen werden satt

take away self catering seychellen küche selbstversorung

Nicht alle Kinder mögen exotisches Essen oder eine Umstellung der heimischen Essgewohnheiten. Dies ist aber auf den Seychellen kein großes Problem. In den meisten Restaurants und auch in den sog. Take Aways (kleine Imbißbuden, die wenige, sehr einfache Gerichte, vor allem zum Mitnehmen, anbieten – eine Art Fast Food ohne Burger) finden sich bei Kindern beliebte Speisen wie Pommes oder Pasta oder Reis mit Tomatensoße. Ansonsten empfiehlt es sich (vor allem beim Unterkunftstyp „Self Catering“) selbst zu kochen. Diese Unterkünfte sind zahlreich und zeichnen sich dadurch aus mit vollständig ausgestatteten Küchen samt (fast) allem, was man auch von der heimischen Küche kennt, auf Euch zu warten. In allen Lebensmitteln-Geschäften findet man Basics wie Reis, Nudeln, Kartoffeln, Eier. Und in den etwas größeren Geschäften auch Fleisch uvm.. Fakt ist auf jeden Fall: selbst Kochen spart viel Geld!

5. Baby Artikel – Windeln, Feuchttücher, Milch und Co. sind problemlos erhältlich

Windeln Milch Babyartikel auf den Seychellen

 

Kurz und knapp:

Auf allen drei Hauptinseln findet man selbst in den kleineren Läden die üblichen Babyartikel wie Windeln, Feuchttücher, usw.. Die Auswahl an Marken und teilweise auch Größen ist jedoch etwas begrenzter als bei uns. So mussten wir einige Läden abklappern, um Windeln der Größe M zu finden. Alle anderen Größen waren in Massen vorhanden. Babymilchpulver ist ebenfalls ohne Probleme erhältlich, Kuhmilch sowieso. In größeren Geschäften gibt es auch Gläschen mit Babynahrung sowie Fläschchen, Schnuller und weiteres „sekundäres“ Zubehör.

6. Die Seychellen sind nicht nur Strand - Unternehmungen mit Kindern

Die Seychellen sind nicht nur ein riesengroßer, paradiesischer Sandkasten. Sie bieten auch mehr als nur Sonne, Strand und Meer. Wenn es den Kleinen mal langweilig wird, gibt es viele gut ausgezeichnete Wanderwege - vor allem auf Mahé. Für die meisten Trails sollte man jedoch von Haus aus fit sein. Es gibt aber auch einige, die man schon mit etwas älteren Kindern auf den eigenen Beinen problemlos absolvieren kann. Empfehlenswert sind auch Bootausflüge, vor allem die, die keine weit entfernten Ziele ansteuern. Zum Beispiel zum St. Anne Marine National Park, den die Boote von Victoria aus innerhalb von 20 Minuten anfahren. Die Boote sind in der Regel recht neu, sicher und bequem und auch mit kleinen Kindern problemlos nutzbar. Sehenswert und auch für Kinder interessant sind außerdem der Jardin du Roi (Gewürzgarten) und der sehr schöne Botanische Garten von Victoria auf Mahé. Ebenso zu nennen L´Union Estate als Tor Zur Source D´Argent mit seinen vielen Schildkröten auf La Digue.

7. Erträgliche Anreise - Langstreckenflug per Direktverbindung sowie geringe Zeitverscheibung

Flug Anreise Seychellen Kleinflugzeug Langstreckenflug

Leider sind die Seychellen nicht gerade um die Ecke. Selbst der Direktflug mit Condor dauert etwa 10 Stunden. Von anderen Airlines – vor allem aus dem arabischen Raum – wird das Inselparadies meist mit Zwischenladung in den entsprechenden Heimatländern von Qatar oder Emirates angesteuert. Dann liegen die reinen Flugzeiten meist bei über 12 Stunden – ohne die Aufenthaltszeiten beim Umsteigen. Um die langen Flüge für die Kinder aber auch Eltern und Mitreisenden so stressfrei wie möglich zu gestalten, empfiehlt es sich über Nacht zu fliegen – wenn die Kleinen hoffentlich in ihrem gewohnten Rhythmus schlafen und von der Flugreise kaum etwas mitbekommen. Was nach Ankunft am internationalen Flughafen der Seychellen in Victoria / Mahé jedoch nicht ausgeschlossen ist, dass die Anreise zur eigentlichen Unterkunft (die ggf. auf einer Nachbarinsel wie Praslin oder La Digue liegt) nochmals per Kleinflugzeug oder / und Fähre weitergehen muss.
Weiteres Plus gegenüber Asien: Aufgrund der geringen Zeitverschiebung von nur zwei Stunden („vor“ MEZ) kommt es sowohl bei Ankuft als auch Rückkehr in die Heimat zu kaum einem spürbaren Jetlag oder langwierigen Umgewöhnungen. Ein nicht zu unterschätzendes, weiteres Plus für die Seychellen!

8. Die Seychellois lieben Kinder

Egal wo wir mit unserem Junior aufgetaucht sind. Er hat stets große Begeisterung erweckt und wurde meistens schneller angesprochen, als wir Eltern: „Hello little man, how are you, what’s your name?“. Egal ob Polizeibeamtin, Kokosnussverkäufer oder Hotelbesitzer. Alle hatten immer einen Lächeln für unseren Erstgeborenen auf Lager. Und natürlich auch für alle anderen Kinder. Wir hatten nie das Gefühl als Familie nicht willkommen zu sein oder jemanden mit der Anwesenheit des Juniors zu stören. Nach unserer Meinung sind die Seychellen absolut kinderfreundlich!

9. Das einzige MINUS: Die Kosten - das Paradies gibt´s nicht umsonst!

Hand aufs Herz: die Seychellen sind teuer. Punkt! Die Preise für Unterkunft, Lebensmittel und einzelne Dienstleistungen sind deutlich höher als in Deutschland. Kein Ort für hohe Ansprüche und gleichzeitiges Sparen! ABER: Es lässt sich einiges tun, um den Traumurlaub dennoch bin einem gewissen finanziellen Rahmen zu halten. Vorausgesetzt man ist bereit hier und da Abstriche zu machen. Wer z.B. kein Luxushotel direkt am Strand mit einem riesigen Pool benötigt, findet auf jeder der drei Hauptinsel zahlreiche, preiswerte sog. „Self Catering“ Unterkünfte. Manche schon für unter 100 € pro Nacht. Andere bis 150 €. Durchschnitt liegt so ca. bei etwa 130 €. Da diese Unterkünfte über eine eigene Küche (oder Küchenzeile) verfügen, spart man in Punkto Essen, wenn man sich selbst bekocht. Dies kommt in der Summe auf jeden Fall deutlich günstiger als des öfteren im Restaurant zu essen! Alternativ kann man auch bei den Take Aways fertige Gerichte zurückgreifen. Kosten pro Mahlzeit ca. 3-4 €. Und noch ein Tipp: anstatt unnötig Mineralwasser literweise zu kaufen, kann man ohne Bedenken das Leitungswasser trinken. Wer dennoch Bedenken hat, kann dieses einfach abkochen und abkühlen lassen. Somit spart man neben Geld auch Plastikmüll ein. Denn bei den Temperaturen muss man einfach öfter und mehr Trinken als zuhause! Unsere finanzielle Bilanz für 16 Tage mit zwei Erwachsenen Vollzahlern und einem unter-zwei-Jährigen Kleinkind für: Flüge + Unterkunft + Lebenshaltung + Mietwagen + Mieträder + wenige Ausflüge + Feierabendbierchen + einheimische Tabakwaren (da hätte man durch Mitbringen aus der Heimat nochmal sparen können!) = knapp unter 4.000 €.

Unser Seychellen Fazit für einen Urlaub mit Baby und Kind

Die Seychellen sind nicht nur ein romantisches Paradies für Frischverliebte und Millionäre, sondern auch ein geeignetes Urlaubsziel für Familien mit Kindern, die wenigstens einmal (oder manchmal) etwas mehr ausgeben wollen / können als für Malle.

 

Ein Beitrag von Marta.

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