Sri Lanka 2009 - Teil 1

Im Dezember 2009 waren wir für etwa 4 Wochen mit dem Rucksack kreuz und quer in Sri Lanka unterwegs. Matthias war bereits 2006 schon einmal dort gewesen und kannte sich deshalb schon recht gut aus. Was wir auf dieser unglaublich abwechslungsreichen kleinen Insel im Indischen Ozean alles erlebt haben, berichten wir hier in Teil 1:

SRI LANKA Part I

09.12.2009: Katunayake Airport (Colombo)

Nach der Flugreise haben wir uns erstmal im Hotel "Silver Sands" eingenistet, um uns zu aklimatisieren. Ein wenig am Strand spazieren und noch einmal ausgiebig die Flug-Müdigkeit ausschlafen, bevor die Reise durchs Land beginnt... mehr war am ersten Tag einfach nicht drin.


11. - 12.12.2009:

11.12.2009 Reisetag: Negombo - Kurunegalla - Anhuradhapura

Die Strecke von Negombo über Kurunegalla bewältigten wir relativ schnell im Bus. Weiter nach Anuradhapura ging es dann - nachdem wir in Kurunegalla endlich den versteckt gelegenen Bahnhof gefunden hatten - mit dem Zug, der "nur" 2 Stunden Verspätung hatte. Insgesamt haben wir 190 km zurückgelegt, was uns den kompletten Tag gekostet hat, denn Bus und Bahn sind einfach nicht ganz so schnell (und pünktlich) wie in Deutschland.

Zum Fahren per Bus: staatlich und privat betriebene Busse sind generell komplett überfüllt. Es läuft ohrenbetäubend-laute Musik und durch die offenen Fenster und Türen dröhnt ständig der kreischende Motor des Busses oder der anderen Fahrzeuge, sodass an Schlaf nicht zu denken ist...obwohl: eigentlich pennen alle - auch im Stehen - außer uns. Über dem Platz des Busfahrers hängen LED-beleuchtete Bilder von Buddha, wie man sie bei uns nur aus dem China-Imbiß / Dönerbude kennt. Generell sind alle Busse innen und außen verziert und geschmückt. Busse in Sri Lanka hören sich an wie ein aufgebohrtes Moped (und werden auch in diesem Stil gefahren!). Ein Sri Lanka-Bus wäre in Deutschland bereits in den 70ern vom TÜV nicht mehr in den Straßenverkehr gelassen worden. Hier fährt er wahrscheinlich noch so lange bis er explodiert oder von seinem wilden Fahrer mitsamt der ganzen Meute in den Graben gelenkt wird.

Viele halten das Reisen mit dem Bus für die gefährlichste Variante, denn Unfälle enden in der Regel tödlich. Wir selbst haben zum Glück nie eine brenzlige Situation erlebt - können es jedoch ohne weiteres bestätigen, daß bei der hiesigen Fahrweise ein Unfall ganz sicher schlimme Folgen haben muß.

Trotzdem: wären wir in Mini-Vans oder ähnlichen Vehikeln gereist, wären uns ganz sicher viele Details und nette Kontakte (man steht sich schließlich im Bus ständig mit jemand fremdem auf den Füßen) verwehrt geblieben.


12.12.2009: Anhuradhapura - die königliche Stadt

Anuradhapura: Die älteste Königsstadt der Insel beherbergt noch heute einige der wichtigsten Stätten des Buddhismus weltweit:

  • Bodhi-Baum: Ein (angeblich) 2000 Jahre alten Ableger des Baumes unter dem Buddha während seiner Meditation erleuchtet wurde
  • Ruwanweli Dagoba (Stupa): ein riesiger kuppelförmiger, strahlend-weißer buddhistischer Tempel
  • Refektorium ("Speisesaal"): aus diesen riesigen, badewannenartigen Steinwannen wurde einst täglich an bis zu 3000 Mönche Reis & Curry ausgegeben
  • Bathing ponds (Badestätten): riesige Becken zur rituellen Reinigung und zum Baden der Mönche

...und vieles mehr!!! Einen tollen Einblick in die UNESCO Weltkulturerbe-Stätten Sri Lanka´s liefern u.a. die entsprechenden Seiten auf Wikipedia

 

Ein Besuch ist wirklich sehr empfehlenswert und interessant! Einziger Wehrmutstropfen: pro Person waren es 2009 bereits knapp 25 $ Eintrittsgebühr, um Zugang zu allen historischen Stätten Anuradhapura´s zu bekommen. Karten und (informelle aber trotzdem gute!) Führer im / vor dem Museum.

In Anhuradhapura haben wir 2 Nächte verbracht. Die erste Nacht (nach dem Reisetag) im "The Grand", einer teuren, schmutzigen Moskito-Höhle. Die zweite Nacht (nach dem Besichtigungstag) im viel günstigeren und schöneren "Lake View" Guesthouse direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Weiter ging es gemeinsam mit Thomas (beim Abendessen am 1. Abend kennengelernt), Geli und Willi in Richtung Mihintale, Sigiriya und Dambulla. Diesmal (und zum einzigen Mal) in einem Mini-Van, der aufgrund unserer Gruppengröße am günstigsten und schnellsten für uns alle schien.

Jetzt aber erstmal die Bilder dieser beiden Tage


Station 3: Mihintale (Beginn des Buddhismus in Sri Lanka)

Mihintale: Hier wurde der erste König Sri Lankas während der Jagd auf einen Hirsch durch einen Mönch zum Buddismus bekehrt und der Buddhismus breitete sich von dieser Stelle über das Land aus. Um diesem Umstand zu gedenken hat der König hier eine riesige, leuchtend-weiße Stupa erbaut. Der Aufstieg auf den kargen, rutschigen Felsen lohnt sich, da der Blick aufs gesamte Umland und den umliegenden "Dschungel" freigegeben wird. Mihintale ist für uns eine der sehenswertesten historischen Stätten der Insel und einen Besuch wert!

(Eintrittsgebühr etwa 3,5 € plus ein Obolus für den inoffiziellen Führer, dessen Dienste und Infos sich jedoch absolut lohnen.)

Hier mehr Infos auf WIKIPEDIA


Station 4: The Rock of Sigiriya

Sigiriya: ein riesiger Felsen, der einfach so mir-nichts-dir-nichts aus der ansonsten absolut flachen Topographie herausragt. Bevor ich hier jedoch eine große Beschreibung abliefere: hier findet Ihr eine.

Letztendlich sind wir gemeinsam mit Thomas hinaufgestiegen, da Geli und Willi, die wir bereits zuvor kennen gelernt haben, kurzfristig ihre Pläne änderten und auf den Aufstieg verzichten wollten. Unsere Wege trennten sich hier; jedoch nicht endgültig ;-)

Nachdem wir erneut ca. 25 $ berappt haben, ging es also los: zunächst durch die immernoch erhaltenen Park- und Gartenanlagen, in denen sich der damalige Hofstaat niederließ, dann weiter über immer steiler werdende Steintreppen. Schließlich über Metalltreppen bis hin zu den Wendeltreppen-Käfigen, die außen am kargen Stein in etwa 80 m Höhe, freischwebend befestigt waren. Zum Thema "Abnahme der Konstruktionen durch den TÜV" will ich an dieser Stelle lieber nichts sagen.

Vorbei an den Wolkenmädchen (historisch sehr bedeutsame Felsenmalereien) ging es hinauf zum ersten Plateau. Von dort aus dann die noch schmäleren und steileren Treppen bis ganz hinauf auf das Dach des Felsens. Von hier aus hatten wir eine grandiose Aussicht über das umliegende Flachland. Die Fernsicht reichte sogar so weit, dass wir den strahlend-goldenen Riesen-Buddha von Dambulla im Süden erspähen konnten. Schnell noch die gewünschten Fakten des hiesigen Geocaches (klick hier) notiert, um dann zuhause loggen zu dürfen. Jetzt wurde es Zeit zum Absteigen, denn es setzte ein leichter Regen ein, der die kleinen Metalltreppen noch zusätzlich schlüpfrig machte.

Alles in allem eine tolle Sache, auch wenn man hier umgeben von Einheimischen-/ und Touristengruppen sicher nie alleine sein wird. Wehrmutstropfen: satte 25 $ Eintrittsgebühr.Aber einmal im Leben - für mich war es nach 2006 mit der Uni schon das zweite Mal - geht das schon in Ordnung.


Station 5: Die Höhelentempel von Dambulla

Die Höhlentempel von Dambulla haben wir nur von außen betrachtet. Zum einen wäre hier erneut eine größere Eintrittsgebühr fällig gewesen und zum anderen hat sich die Stelle leider in eine Art Disneyland für Buddhisten verwandelt: künstliche Bäume und eine Masse von unechten Mönchs-Figuren, die geisterbahnartig hintereinander herlaufen. Nicht zu vergessen der überdimensionierte Buddha aus Gold und sonstiger Schnick-Schnack. Irgendwie nicht authentisch und schade, denn die Höhlentempel, die ich 2006 bereits besucht hatte, werden damit in ein schlechtes Licht gerückt. 2009 verging mir allerdings bereits beim Anblick dieser Inszenierung die Lust darauf: Marta ging es ebenso und Thomas wollte sich die Stelle generell nicht anschauen.

Also ließen wir uns von unserem Van-Fahrer am Busbahnhof in Dambulla absetzen und schlugen (bzw. standen) uns noch am Nachmittag per Überlandbus bis Kandy durch.


Station 6: Kandy - das wunderbare Zentrum des Hochlands

m Zuge der etwa dreistündigen Fahrt von Dambulla nach Kandy, die wir mal wieder stehend im Mittelgang eines vollkommen überfüllten Überlandbus hinter uns brachten, wurde es ab der Hälfte der Strecke schon deutlich spürbar, dass wir nun ins Hochland kamen. Immer öfter musste sich der Bus mit jaulendem Motor die Serpentinenstraßen hinaufkämpfen. Mehr als der zweite Gang war meist nicht drin und hin und wieder musste der Busfahrer in wilden Schaltvorgängen auch den ersten Gang hineinprügeln, damit wir überhaupt noch von der Stelle kamen. Rechts der Straße wurden die Abhänge allmählich steiler und die entwässernden Gebirgsbäche reißender. Das GPS bestätigte später eine gutgemachte Höhendifferenz von 560 m bei einer Streckenlänge von 177 km.

Bereits in den Vororten von Kandy war an der Kleidung der Menschen deutlich zu bemerken, dass der Großteil der hiesigen Bevölkerung islamischen Glaubens ist. Kilometerlange Straßendörfer reihen sich entlang der Serpentinenstraße aneinander. Die Haupthandelsware scheinen hier Autoteile aller Art zu sein, da sich Werkstätten an Autoteilhändler und sonstige Fugger reihen.

Gleich in der Nähe des Zahntempels spuckte uns der immernoch volle Bus im Zentrum der zweitgrößten Stadt der Insel aus. Kaum hatten wir die Rucksäcke auf dem Buckel, standen auch schon zwei ältere Herren in weißen Anzügen ziemlich dandyhaft vor uns und quatschten uns unter dem lauten Gekreische der in den Bäumen hockenden Krähen bezüglich ihrer tollen Unterkünfte an. Mittlerweile war es gegen 19 Uhr und die Stadt war bereits in Dunkelheit gehüllt. Wir feilschten also mit ihnen um möglichst niedrige Preise und stapften ihnen schließlich vollbeladen hinterher. Vorbei ging es am hell erleuchteten Zahntempel und am Ufers des Kandy-Sees etlang. Der zunächst noch leichte Nieselregen verstäkte sich rasch, sodaß der Wunsch möglichst schnell einen trockenen Platz für die Nacht zu finden immer größer wurde.

Den Vorschlag uns ein Guesthouse auf der anderen Seite des Kandy-Lake anzudrehen, wimmelten wir rasch ab, denn wir wollten nicht allzuweit vom Stadtzentrum entfernt sein. Also schleppten sie uns durch die militärisch abgesperrten Straßen den Hügel hinauf. Im ersten "Hotel" wollte man uns ein "günstiges" Zimmer anbieten, in welchem gerade der 100-jährige Wandschrank  gestrichen wurde. Betäubender Gestank von Lack und Lösungsmitteln lies uns schnell die Flucht ergreifen. Gegenüber schafften wir es dann in einem Privathaus nach zähen Verhandlungen (Thomas und ich lieferten eine tolle Show) einen vernünftigen Preis für die mittelmäßigen Zimmer auszuhandeln - zweitgrößte Stadt = höhere Preise. Nach eiiner gefühlten Ewigkeit konnten wir endlich die nassen Rucksäcke und Klamotten von uns werfen - die beiden Dandy-Opas kassierten ihren Bakschisch und endlich kehrte Ruhe ein. Anzumerken ist noch, dass wir hier zum ersten und einzigen Mal unser Übernachtungsgeld im Vorraus abdrücken mussten - anscheinend macht man hier öfters Mal schlechte Erfahrungen mit Gästen, die sich ohne zu zahlen verdrücken?

Nach dem Frischmachen ging´s dann mir Riesenhunger rüber in die Kneipe über dem Schuppen, den wir uns zuerst angeschaut hatten. Ein gutes Rice&Curry sowie einige Lion-Beer (zuviel) ließen die Strapazen des Tages vergessen. Nach einiger Zeit gesellte sich Andy, ein alleinreisender Südküsten-Brite, zu uns und der Abend wurde mit dem Austausch gegenseitiger Reiseanekdoten länger als gedacht :-)

Hier die Fotos von Kandy - Sri Lanka

Dadurch, daß es die ganze Nacht ordentlich durchgeregnet hatte und auch der Morgen noch vernieselt war, verwarfen wir unsere Pläne den (garantiert klatschnassen) botanischen Garten von Peradeniya zu besuchen. Andere Pläne wollten wir keine schmieden und so stapften wir nach dem Ausschlafen erst einmal in die Stadt hinunter. Vorbei am Zahntempel deckten wir uns in der benachbarten Touristinfo mit Karten und Prospekten ein und füllten nochmals die Reisekasse in der gegenüberliegenden Bank auf. Da die Prospekte uns nichts wirklich tolles versprachen, nahmen wir uns vor einfach mal den Weg zu der großen Buddha-Statue, die über der Stadt thront, zu suchen. Durchs Gewimmel der Stadt liefen wir schnurstracks der Statue entgegen, bis schließlich eine sehr steile Straße vor uns lag. Der Nieselregen wechselte sich nun mit der Sonne ab und so zogen wir abwechselnd einmal die Regenjacke aus und wieder an. Immer weiter ging´s den Berg hoch und die Statue verschwand wieder und wieder hinter der Bergflanke aus den Augen, sodass es rein nach Gefühl weitergehen musste. Irgendwo musste das verflixte Ding doch nun endlich stehen!?

Bei der fälligen Pause (ich hatte ja ständig Hunger, was Marta so langsam ein Wenig den Nerv raubte) stand auf einmal Andy (ein Postbote aus England in den mittleren Vierzigern, der für längere Zeit in der Welt unterwegs sein will), unsere Bekanntschaft von gestern Abend, vor uns. Wie sich rausstellte, hatte er sich ebenfalls aufgemacht, um den Buddha zu suchen. Er war bereits weiter den Berg hinaufgestapft, drehte aber doch irgendwann wieder erfolglos um. Also nahmen wir den entmutigten Kerl einfach in unsere Seilschaft auf und versprachen ihm, dass wir die Statue schon irgendwie finden würden. Weiter ging es stets bergauf und während wir uns verquatschten dauerte es dennoch noch eine gute Weile, bis wir endlich den richtigen Weg fanden. Vorbei am gelengweilten Militärposten drückten wir bei einem maximal 10-jährigen Kassenwart unsere kleine Eintrittsgebühr ab und befanden uns endlich im Areal der riesigen, weißen Buddhastatue. Wie auf den Bildern zu sehen, liegt Kandy in einer fast komplett von Hügeln eingeschlossenen Kessel-Lage, aus welcher die feuchte Niesel-Suppe, wenn sie mal drinhägt nicht so schnell wieder verschwindet. Nachteil dessen: sämtliche Kleidung sowie der komplette Inhalt unserer im Guesthouse stehenden Rucksäcke sog allmählich die Feuchtigkeit der Außenluft in sich ein. Darüberhinaus war es in Kandy gut und gerne einige Grad kühler als an unseren bisherigen Tieflandstationen.

Nachdem wir den diesigen Rundumblick über die Stadt gründlich ausgekostet hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Diesmal schlugen wir eine andere Route ein und siehe da: innerhalb von 20 Minuten standen wir wieder fast im Stadtzentrum. Mittlerweile hatte die Sonne die Wolken verdrängt und nun, da es so etwa 13 Uhr war, brannte sie plötzlich unerbittlich auf die Stadt ein. Regenjacken aus und Sonnencerme drauf, war die logische Schlußfolgerung. Wir bahnten uns den Weg durch die wuselnden und dicht-gedrängten Menschenmassen, vorbei an den Verkaufsständen entlang der Hauptstraße zum Gemüse- und Fischmarkt: welch ein Gestank in der Hitze! Nix wie weg hier!!! Schließlich trafen wir auch auf das fest bebaute Marktgebäude, in welchem ich 2006 mit der Uni-Gruppe Kartierung der Geschäfte vorgenomen hatte. In den Textilgeschäften im Obergeschoß erinnerte man sich aufgrund meiner Schilderung direkt wieder an die damalige Kartierung. Mit dem Hinweis darauf, dass ich bereits 2006 ein Sri Lanka-Cricket-Trikot in genau diesem Geschäft gekauft hatte, konnte ich einen ordentlichen Sonderpreis für das 2009er Trikot aushandeln, welches ich mir bereits vor Reisebeginn als Souvenir-Kauf vorgenommen hatte. Letzten Endes kaufte ich mir noch einige tolle Polo-Shirts und für Marta gab es endlich ein Paar Sandalen, da sie bislang entweder in viel zu warmen Turnschuhen oder schlüpfrigen Flip-Flops unterwegs war. Andy verhalf ich gleich noch zum günstigen Einkauf eines Saris, den er seiner Tocher nach England mitbringen wollte. Im Untergeschoß deckten wir uns mit Gewürzen - speziell mit ungetrockneter Vanille - ein, bevor wir vollbepackt den Markt verließen. So viel vorweg: leider zog sich die Vanille im Laufe der Reise mit Feuchtigkeit voll, sodass wir sie zuhause komplett verschimmelt direkt entsorgen mussten.

Zurück im Areal des Zahntempels nahmen wir im altehrwürdigen "Old-Empire-Hotel" ein kleines Mittagessen (total trockenes Fischfilet & selbstgeschnitzte Pommes) zu uns. Nur ein Kulturbanause würde in den Pizza Hut direkt nebenan gehen! Immerhin speisten wir im original Kolonial-Ambiente: alle Möbel und Einrichtungsgegenstände sind noch original und gut erhalten. Wie es der Zufall will, zwang uns ein plötzlicher Starkregen zum Ausharren auf der Veranda des betagten Gebäudes. Den Rückweg zum Guesthouse anzutreten hätte jetzt bedeutet innerhalb von wenigen Sekunden klatschnass zu sein. Dass die zweitgrößte Stadt Sri Lankas allerdings doch nicht so riesig ist, zeigte sich an der Tatsache, dass der Regen ganz plötzlich und unerwartet Thomas auf die Veranda des Hotels "spülte". Nach dem ungeplanten Wiedersehen und dem Ende des Regens machten Andy und wir uns auf in Richtung Guesthouse, während Thomas nochmal in die Stadt spazierte.

Runter mit den durchnässten Klamotten, Duschen und trocken anziehen und gleich wieder los: die berühmten Kandy-Dancer warteten um 17 Uhr auf unseren Besuch. Gemeinsam mit einer riesigen Meute von Pauschaltouristen aus Korea und Israel lösten wir die 500 Rupien teuren Tickets und schauten uns das Touristenspektakel mit tollen Kostümen, Trommeln, Teller-Jongleuren, Feuerläufern und vielem mehr an. Nach Ende der Vorstellung war es bereits stockdunkel und wir machten uns über regennasse Straßen auf, um uns noch einmal den nahegelegenen Zahntempel in festlicher Beleuchtung anzusehen. Den Besuch in seinem Inneren sparten wir uns jedoch. Noch von 2006 wusste ich, dass man gemeinsam mit hunderten Pilgern darauf wartet, bis der Schrein geöffnet wird, um im rasanten Vorbeigehen einen Blick auf eine 20 Meter entfernt stehende Schatulle werfen zu dürfen. In ihr wird angeblich ein Zahn Buddhas aufbewahrt. Für uns dann doch eher in der Kategorie "2000 Jahre alter Baum" einzuordnen...

Später ging es dann nochmals in den Pub, wo Thomas und Andy bereits wieder den Lebenssaft des Löwen (Lion-Beer) in sich aufsaugten und die Geschehnisse des Tages beplauderten. Heute sollte es jedoch nicht so spät werden: gemeinsam mit Thomas verabredeten wir bereits am Folgetag gegen 9 Uhr den Zug nach Ella erwischen zu wollen. Nach dem herzlichen Abschied von Andy, den seine 3-monatige Reise noch nach Thailand bringen sollte, begrüßte uns ebenso freundliche eine fette Kakerlake in unserem feuchten und kalten Zimmer. Egal: Rucksäcke packen und ab in die Falle, damit es morgens pünktlich losgehen konnte.

 

Kandy-Resümee: mit seinen vielen historischen Stätten definitiv einen Besuch wert. Leider machte uns das regnerische Wetter einen leichten Strich durch die Rechnung, sodass wir uns erhofften im Zuge der Weiterreise noch tiefergehende Hochland-Eindrücke an anderen Orten zu sammeln.



 

Ein Beitrag von Matthias.

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