Reiseanekdoten #003: Lembongan - die unbeachtete Oase direkt neben Bali

Wunderschöne Orte im Rahmen einer Fernreise zu besuchen bedeutet meistens eine Momentaufnahme eines idyllischen Platzes zu erleben - wohlwissend, dass der global ansteigende Tourismus auch diese Plätze in kürzester Zeit verändern wird. Eine Wiederkehr an den jeweiligen Ort kann dann schnell zu einer Enttäuschung werden. Denn so, wie man ihn in Erinnerung hat, findet man ihn meist nicht mehr vor. Eigentlich sollte ich, um nicht noch mehr Leute an einen solchen Ort zu locken, keine Reisegeheimnisse über unglaublich schöne Plätze ausplaudern. Bei Lembongan, direkt neben Bali, mache ich einmal eine Ausnahme und ermögliche Euch einen kurzen Einblick inklusive Video...

Zu viel Trubel auf Bali? Auf nach Lembongan

Lembongan ist eine kleine vorgelagerte Insel südöstlich von Bali. Mit dem Schnellboot lassen sich die etwa 11 km Wasser zwischen den beiden Landmassen in einer guten halben Stunde zurücklegen. Die meisten Boote legen auf Lembongan in "Mushroom Beach" an. Dort bleiben die die meisten Reisenden auch gleich. Weil der Strand zwar schön ist, aber komplett bebaut mit einem Guesthouse neben dem anderen und wir nach dem sehr dicht bevölkerten Bali etwas "Platz" und Ruhe suchten, mieteten wir uns direkt ein Moped, packten uns und unser gesamtes Gepäck darauf (Modell "Moped-Muli") und machten uns auf die Suche nach einem Platz, an dem wir uns etwas weniger Action erhofften.

Was soll man sagen: dieser Plan hat super geklappt! Eigentlich nicht weit vom Trubel (auch in durchaus laufbarer Entfernung zum Mushroom Beach) fanden wir auf eine Klippe das "Lembongan Dodol Sunset Cliff Homestay". Neben diesem wunderschönen, familiengeführten Homestay befindet sich noch ein zweites Homestay in ähnlicher Größe und dann lange GARNIX. Super, hier bleiben wir! Gesagt, getan: für 4 wunderbare Tage waren wir die einzigen Gäste, wurden sehr nett von der Gastgeberfamilie umsorgt, hatten den Infinity Pool, den Garten und die tollen chillout-Pavillons für die einmaligen Sonnenuntergänge direkt am Rand der Klippe ganz für uns allein. Mit dem Moped erkundeten wir an zwei Tagen die Insel Lembongan und das benachbarte Eiland Ceningan. Beide sind über eine abenteuerliche, gelbe Hängebrück miteinander verbunden, auf der Begegnungsverkehr mit Mopeds nicht möglich ist. Man muss immer warten bis der Gegenverkehr durch ist und die Lücke zügig nutzen, um rüber zu kommen.

Beide Inseln sind vorwiegende Steilküsten-Inseln mit durchschnittlich 15 m steil abfallendem Hang ins Meer. An einigen Stellen wurden "jumping points" eingerichtet von welchen man gegen geringes Geld in die tosende Brandung hüpfen kann. Die wenigen Hänge, die flach abfallen und langfristig seicht ins Meer übergehen, werden für ausgedehten Algenanbau genutzt. Die Algen, die die gesamte Luft im Umkreis herrlich nach "salzigem Meer" riechen lassen, werden für Kosmetika und Lebensmittel in die gesamte Welt exportiert. Spektakulär ist die Strömungskraft des Wassers, welches je nach Tide massiv zwischen den beiden Inselchen hindurch kanalisiert wird und dabei im wahrsten Sinne "reißend" wird. Wir haben eine stark motorisierte Yacht beobachtet, die sich trotz ihrer vielen PS nur mühsam gegen die Strömung stellen konnte. Auf dem Rückweg der Mopedtour kann man anstatt den Strand entlang zu fahren auch durchs steile Hochland fahren. Von dort aus ergeben sich spektakuläre Blicke auf die Inseln, das Meer und die Hauptinsel Bali mit ihrem markanten "Gunung Agung", der gerne ab der Hälfte in dichte Wolken gehüllt ist.

Fazit: Lembongan ist deutlich relaxter und unaufgeregter als Bali. Für die abschließenden Gammeltage nach Vulkanbesteigungen, Tauchausflügen und vielen anderen Aktivitäten war sie perfekt zum Seele-Baumeln-Lassen. Am liebsten hätten wir eine Kredit aufgenommen und die benachbarte, leerstehende Villa eines verschwundenen Australiers gekauft :-)

Video: Dodol Sunset Cliff Bungalows auf Lembongan bei Bali

Karte: Dodol Sunset Cliff Bungalow auf Lembongan bei Bali

 

Ein Beitrag von Matthias.

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