Heiraten: nur wir zwei auf einer einsamen Insel! Aber wie sagt man es Familie und Freunden?

Keine Lust auf eine traditionelle Hochzeitsfeier? Ein weit über den Erdball verteilter Familien- und Freundeskreis? Lust auf etwas wirklich Ausgefallenes oder Widerstände in der Familie.? Die Beweggründe seine Hochzeit nach dem Motto "Nur wir zwei auf einer einsamen Insel" zu gestalten, sind so vielfältig wie die Angebote, die der (inter)nationale Hochzeitsmarkt dafür bereit hält. Wer sich für diese Variante entschieden hat, dem eröffnen sich zwei Möglichkeiten sein Umfeld in seine Pläne einzuweihen: 1.) Nichts mitteilen und erst nach der Hochzeit die Katze aus dem Sack lassen. 2.) persönlich, per Telefon, Brief oder email in die Pläne einweihen. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden und berichten hier, wie wir dabei vorgegangen sind. Für die Faulen unter Euch liefern wir sogar eine Textvorlage, mit der Ihr Euer Umfeld per email in Eure Pläne einweihen könnt...

Hochzeit nur zu zweit. So kann man es seinen Angehörigen und Freunden mitteilen

Hochzeit nur zu zweit Familie Freunde mitteilen

 

 

Nicht jedem dürfte es leicht fallen die Familie und den (engen) Freundeskreis in die wichtige Entscheidung, dass man die Hochzeit nur zu zweit fernab von den üblichen Traditionen begehen möchte, einzuweihen. Wie viele andere, haben auch wir alle möglichen Kommunikations-Varianten lange hin und her diskutiert, bis wir uns für einen Weg entschieden hatten. Die Varianten, die unserer Meinung nach möglich sind, lauten:

  • Langfristig Vortasten: Wenn eure Hochzeitspläne bereits langfristig feststehen, die Hochzeit jedoch noch in weiter Ferne liegt, kann man hin und wieder die Möglichkeit nutzen immer mal wieder vorzufühlen. Auf Familientreffen kann man "spaßige Vorwarnungen" platzieren und die Reaktionen des Umfelds darauf beobachten. Nach dem Motto: "Wenn wir zwei mal heiraten, dann sicherlich in Las Vegas mit Marilyn und Elvis als Trauzeugen". Meistens folgen dann schon gewisse Minen oder Kommentare, aus welchen man zumindest eine Grundeinstellung der Empfänger ableiten kann. Vorsicht: auch wenn die Rektionen auf die angeblichen Spaß-Äußerungen zunächst positiv ausfallen, heißt dies nicht, dass bei einer späteren, ernsten Meldung immernoch alles rosig aussieht!
  • Passenden Zeitpunkt wählen: Wenn die Zielpersonen ohnehin gerade Streß haben, krank sind oder man kürzlich eine Auseinandersetzung hatte, kann eine solche Nachricht ein bereits gut gefülltes Faß zum Überlaufen bringen. Auch Weihnachten, Ostern und Tante Gerda´s 70. Geburtstag sind kein toller Zeitpunkt, um die Katze vor versammelter Mannschaft aus dem Sack zu lassen.
  • Keine Zeit mehr: Ihr habt Euch sehr kurzfristig entschieden und bereits morgen geht es los? Dann nehmt Euer Herz in die Hand, fahrt zu Mutti oder greift zum Hörer. Legt Eure Entscheidung sachlich und möglichst ohne große Emotionen dar. Appelliert um Verständnis, dass dies nunmal Euer großer Traum ist und es diesen Tag für Euch nur einmal im Leben geben wird und ihr ihn deswegen verbringen möchtet, wie ihr Euch es wünscht und nicht wie es das Umfeld vielleicht gerne hätte. Oder ihr macht...
  • Garkeine Mitteilung und verkrümelt Euch in den vermeintlichen Urlaub ohne auch nur etwas angedeutet zu haben. Selbst dann habt ihr noch weitere Varianten:
  • Macht Fotos von Eurer Hochzeit und druckt sie noch vor Ort zu Postkarten aus. Diese schickt ihr an Familie und Freunde und mit etwas Glück sind die Botschaften (je nach Postlaufzeit) bei den Empfängern angekommen, bevor ihr wieder in der Heimat seid. Keine Frage: auch bei dieser Variante könnt ihr Euer Umfeld mächtig vor den Kopf stoßen und unter Umständen einen nicht besonders herzlichen Empfang bereitet bekommen.
  • Wartet komplett ab bis ihr wieder zuhause seid. Dann kann Euch keiner mehr den Trauschein nehmen. Mit Unverständnis bis hin zu handfester Enttäuschung oder Streit muss jedoch auch hier gerechnet werden.

Wie man sieht, gibt es in dieser kniffligen Situation kaum Varianten, die letztlich nicht doch in massiver Enttäuschung oder Streit enden können. Für uns persönlich war es ganz sicher auch keine leichte Entscheidung und wir haben nicht nur Wochen sondern gar Monate miteinander beratschlagt (zum Glück wussten wir schon recht lange, wie wir heiraten wollten) wie wir in der Kommunikation vorgehen wollten. Bevor wir unsere Variante "Mitteilung vorab per email" im Detail beschreiben, besprechen wir noch kurz die unterschiedlichen Varianten der "vorherigen Information":

Hochzeit zu zweit vorab mitteilen: Die möglichen Kommunikationsarten

  • persönlich: Sein Umfeld von Angesicht zu Angesicht in seine Pläne einzuweihen ist sicherlich eine sehr löbliche Variante. Sie bietet die Möglichkeit für Nachfragen und tiefergehende Erklärungen. Aber sie birgt auch die Gefahr, dass man unter Umständen nicht alle wichtigen Personen gleichzeitig informieren kann. So kann sich die Nachricht im Anschluß schneller verbreitet, als man andere wichtige Personen persönlich antrifft. Hinzu kommt: Wird die Nachricht nicht mit positiver Überraschung aufgefaßt, kann es außerdem passieren, dass es zu sehr unschönen Rechtfertigungen oder gar einem ordentlichen Streit kommt.
  • telefonisch: Ähnlich löblich wie die persönliche Variante und sicherlich manchmal (wegen Entfernung  etc.) nicht umgänglich. Bringt die gleichen Vor- und Nachteile mit wie "persönlich".
  • email: Selbstverständlich nicht so persönlich wie die beiden oberen Varianten. Könnte deshalb auch als Feigheit ausgelegt werden. Birgt jedoch den großen Vorteil, dass eine direkte Diskussion oder gar (aus der Überrumpelung heraus) Auseinandersetzung mit unschönen Folgen für beide Seiten vermieden werden kann. Der Empfänger kann die Nachricht erst einmal verarbeiten, bevor er erbost zurückschreibt oder zum Telefon greift. Nach einer Nacht drüber Schlafen, sind viele Botschaften meistens nicht mehr so schlimm, wie sie noch gestern wirkten. Weiterer Vorteil: mit einer gut abgefassten mail können mehrere Empfänger zur gleichen Zeit angeschrieben werden. Dies unterbindet die Möglichkeit, dass ein Empfänger einen anderen früher informiert als es Euch lieb wäre (siehe bei "persönlich").
  • durch Dritte: wichtige Dinge aus dem Leben einer vertrauten Person durch Dritte zu erfahren ist in aller Regel eine Enttäuschung für den Empfänger der Botschaft. Selbst wenn die Vorgehensweise des Überbringers noch so sensibel gewählt ist, sollte sich die Hauptperson gut überlegen, ob nicht die anderen Varianten doch irgendwie machbar wären. Je nach Konstellation kann es jedoch von Vorteil sein eine so wichtige Nachricht durch einen dritten überbringen zu lassen.

Heiraten zu zweit: Wie wir es unserem engsten Kreis mitgeteilt haben

Heiraten auf einer einsamen Insel

Viele der oben diskutierten Varianten konnten und wollten wir in unserem Fall nicht anwenden. Faktor Nummer eins: unsere engsten Familienmitglieder leben teilweise über den gesamten Erdball verstreut. Alle gleichzeitig auf einem Haufen zu haben und gemeinsam zu informieren, wäre aus diesen logistischen Gründen noch nicht einmal an Weihnachten möglich gewesen. Da es jedoch für unser außer Frage stand die Variante "durch Dritte" oder aber "komplett abwarten" zu wählen, entschieden wir uns für die Variante "per email". Einerseits scheuten wir die Variante "telefonisch", da wir tatsächlich nicht wussten, wie emotional die Reaktion mancher Personen ausfallen könnte. Andererseits wollten wir die Verbreitung der Nachricht, durch diejenigen, die wir zuerst erreicht hätten, bevor wir alle anderen abgeklappert hätten, vermeiden. Dazu muss gesagt sein, dass in unseren Familien aufgrund der großen Entfernungen und Zeitverschiebungen viel auf Telefon, Skype aber auch per Email kommuniziert wird.

Wie man sieht, haben wir uns viele "strategische" Gedanken gemacht, bevor wir uns daran machten eine Email zu formulieren. Wie diese ausgefallen ist, lest ihr unten. Den Text dürft ihr gerne als Anhaltspunkt für Eure Formulierung benutzen. Aber auch dies sollte immer auf die jeweiligen Empfänger und persönlichen Umstände abgestimmt sein:

Textvorlage: wie teilt man Familie und Freunden seine Hochzeit zu zweit per email mit?

Hallo Leute,

x Jahre nachdem wir uns kennengelernt haben, sind wir immernoch zusammen. Zwischenzeitlich haben wir unsere Schallplattensammlung zusammengelegt und nebenher eine Familie gegründet.

Was bislang fehlt - der offizielle Trauschein - soll am xDATUMx nachgeholt werden. Wir werden einen lange gehegten Traum wahrmachen und uns das Jawort an einem abgelegenen Strand in xNAMEdesORTESx geben. Außer uns und xNAMEdesNACHWUCHSx werden zu der kurzen Formalität nur die Amtspersonen (Standesbeamter/in und gebuchter Trauzeuge/In) anwesend sein. Um den weiten Weg nicht nur deswegen auf uns zu nehmen, hängen wir anschließend noch ein paar Tage Urlaub dran.

Wir wissen, dass dies nicht der üblichen Hochzeit mit 180 Gästen, Brautstraußwurf, Spanferkel, lustigen Spielen und Blaskapelle entspricht. Auch wissen wir, dass viele diese "traditionelle" Variante lieber gehabt hätten. Fakt ist jedoch: wir nicht.

Wir freuen uns sehr, wenn ihr am xDATUMx kurz an uns denkt und einen kleinen gedanklichen Gruß zu uns rüberschickt!

 

Viele Grüße,

xEUREVORNAMENx

Fazit: Nur Mut, es geht schließlich um Euer Glück!

Bei allen oben genannten Abwägungen und Vorgehensweisen können wir aus unserer eigenen Erfahrung heraus nur nocheinmal darauf hinweisen, dass die Mitteilung einer "Hochzeit zu zweit" sicherlich nicht immer bei sämtlichen Familienmitgliedern und Freunden gut ankommt. Führt Euch jedoch vor Augen, dass es sich bei der geplanten Hochzeit um EURE EIGENE TRAUUNG handelt, die (im besten Falle) nur einmal im Leben stattfinden wird! Es soll EUER TAG werden und ihr solltet ihn so verbringen (dürfen), wie ihr es Euch wünscht! Wer Euch in dieser Entscheidung (und nach einer gewissen Zeit nachdem ihr diese kundgetan habt) nicht beglückwünscht und nach Herzen unterstützt, dem sollte evtl. einmal die Frage gestellt werden, ob ihm Euer Glück oder sein eigenes das wirklich wichtige ist.


Deine Meinung und Erfahrung:

Du hast ebenfalls auf einer einsamen Insel geheiratet, ohne Familie und Freunde dabei gehabt zu haben?

Wie hast Du es Deinem Umfeld mitgeteilt und wie waren die Reaktionen darauf`?

Lass es uns wissen, in den Kommentaren!

 

Ein Beitrag von Matthias.

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Wir haben´s übrigens so gemacht:


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Kommentare: 2
  • #1

    Daniela (Mittwoch, 03 Mai 2017 16:15)

    Toller Beitrag, wirklich! Eine Hochzeit ist etwas seehr persönliches und nicht jeder möchte da viele Menschen mit dabei haben. War bei mir und meinem Mann damals genau so! Freunde und Familie haben es verstanden und bereut haben wir es nie... :D ;)

  • #2

    Matthias von www.maximalplanet.com (Mittwoch, 03 Mai 2017 20:08)

    @Daniela,
    wir sehen das genauso mit dem Aspekt "sehr persönlich". Auch unser Umfeld hat unsere Mitteilung durchweg positiv aufgenommen. Darüber freuen wir uns natürlich riesig :-)
    ...ob wir es bereuen werden, kann man jetzt noch nicht sagen, aber wir werden weiterhin berichten ;-))