Memos #001

Aus dem Alltag des 05.04.2017. Spielplatz, Müllauto und Rotznase

14:48 Uhr:

Sind auf dem Spielplatz. Junior schaufelt eifrig im Sand. Rotznase läuft. Frage ihn ob er was trinken möchte und halte ihm während er weiterschaufelt die Flasche unter die Nase. "Nein nein nein!" kommt von ihm zurück, ohne dass er sich beirren läßt. Eine Millisekunde später trinkt er wie ein Irrer. Bleibe verstört zurück.

14:55 Uhr:

Liege im Auslauf der überbreiten Rutsche während Maximilian direkt neben mir trockenen Sand in ein Förmchen schaufelt. Durch eine ungeschickte Bewegung landet seine volle Schaufel Sand auf mir. Junior hält inne, schaut mich erschreckt und irritiert zugleich an. Der Junge steht auf läuft, langsam, Schritt für Schritt RÜCKWÄRTS von mir weg ohne den Blick von mir zu lassen. Mit Erreichen eines gefühlten Sicherheitsabstandes dreht er sich um und rennt wie wild noch weiter weg. Ich habe mich in all der Zeit weder bewegt noch in irgendeiner Weise böse geschaut. Flöße ich ihm wirklich so viel Angst ein, dass er vor mir flüchten muss? Bleibe verstört zurück.

15:14 Uhr:

Sind wieder im heimischen Garten. Junior wühlt im Sandkasten. Sand scheint heute sein Element zu sein. Höre den Müllwagen auf der Straße herannahen. Schnappe den Junior. Renne mit ihm unterm Arm zur Straße. Bin von den Socken. Das Müllauto ist genauso schnell wie wir. Das war doch gerade noch drei Häuser entfernt! Kein Wunder, denn die zwei Jungs in Orange hinter dem Wagen müssen nämlich spurten um hinterherzukommen. Junior schaut mit großen Augen was da passiert. Ich bin immer noch beeindruckt vom Tempo der Jungs. Nach wenigen Sekunden ist die Müllleerung beendet und die Männer rennen samt Auto weiter.

"Lieber Kinder Erziehen als dem Müllwagen hinterher Rennen" ist meine Schlussfolgerung. Bleibe verstört zurück. Essen zur Beruhigung eine Scheibe trockenes Brot.

18:44 Uhr:

Verwische die Spuren des Tages im Erdgeschoß. Traktor, Bagger und Feuerwehrauto müssen weichen und werden an die Wand geschoben, damit wir Alten heute abend nicht wieder drüber fallen.

Morgen geht es für die lustigen Vierrädler weiter. Während ich der Spülmaschine ihr tägliches Futter zuführe und sie aktiviere, hallen wildes Gekreische und Gepolter aus dem Obergeschoss zu mir herunter. Gut, dass Mami sich dem Junior zu dieser Stunde immer sehr ausführlich widmet!

Die Stresskurve des väterlichen Tages geht nun deutlich bergab, denn was von oben runter schallt ist wie Musik in meinen Ohren. Es sind die Vorankündigungen des gleich folgenden Abendwahnsinns. Und dieser ist - wie alle Eltern wissen - die Vorstufe des Schlafs der Gerechten.

Während ich ein Bündel Dreckwäsche schnappe und in den Keller bringe, knallt und poltert es oben weiter. Was treiben die dort nur? Mir egal. Hauptsache der Junior wird ordentlich müde und der wohlverdiente Feierabend rückt näher!

20:46 Uhr:

Babyfon schon länger still. Laptop beiseite legen. Kühles Blondes öffnen. Feierabend!

...für heute.

 

Ein Beitrag von Matthias.

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