Unser Umzug ins neue Heim #2: Kein Bild, kein Ton, wir kommen schon - Wenn wir Lust haben!

Hier geht es weiter mit dem zweiten Teil unserer Serie von Querelen, die wir nach dem Umzug ins neue Heim hatten. In Akt eins hatte ich bereits berichtet, wie uns plötzlich unsere Hecke abhanden gekommen ist und jeder bis auf den Esstische blicken konnte. Die jetzige Episode dreht sich um unsere Probleme mit dem Fernsehempfang und den Handwerkern die letztlich über Wochen brauchten, um diesen zu aktivieren.

Stecker rein und Fernsehen! Bleibt zunächst ein Wunschtraum...

Kabel richtig angeschlossen an der TV-Dose und dennoch kein TV-Empfang
Kabel richtig angeschlossen und dennoch kein TV-Empfang

Nachdem die Hauptarbeit des Umzugs erledigt war und alles mehr oder weniger seinen Platz gefunden hatte, wurde es recht schnell wohnlich in unserem neuen Heim. Es musste endlich nicht mehr bis spät in den Abend gepinselt, geräumt und gewerkelt werden und der elterliche Wunsch nach abendlichem Fernsehvergnügen verstärkte sich. Die Glotze stand bereits an ihrem Bestimmungsort und auch die notwendigen Kabel steckten in den zugehörigen Dosen. Als Schlaufuchs hatte ich bereits mit den Nachbarn aus den baugleichen Häusern – wir wohnen ja „in Reihe“ - gesprochen, ob denn beim TV-Empfang über die Sat-Schüsseln auf dem Dach etwas zu beachten sei. „Nene, alles super! Einfach nur reinstöpseln und losglotzen!“ lauteten die Antworten. Nach dem ersten Sendersuchlauf war ich allerdings anderer Meinung. Wir schienen ins Tal der Ahnungslosen gezogen zu sein. Sowohl vom West- als auch Ostfernsehen kamen gerade mal vier müde Kanäle rein! Also nochmal Sendersuchlauf mit allen Receiver-Möglichkeiten, die unser smarter TV hergab. Ergebnis: dasselbe, vier Sender!

 

Hmmmmm…vielleicht war ja ausgerechnet die TV-Dose, an welcher ich die Mattscheibe angeschlossen hatte, nicht mit Signal versorgt!? Wäre zwar schlampig von den Handwerkern gewesen, aber immerhin eine Möglichkeit. Also trug ich die Riesenglotze an eine andere Dose in einem anderen Stockwerk, stöpselte wieder alles fachgerecht ein, lies den Suchlauf galoppieren und…wieder dasselbe, vier Sender!

Wäre es möglich, dass keine unserer TV-Dosen im Haus Signal hat?

Langsam dämmerte mir etwas! Bei der Vorbesichtigung der Wohnung im Sommer 2016 war mir in keinem einzigen Zimmer ein Fernseher aufgefallen. Und plötzlich glaubte ich mich auch zu erinnern, dass die Dame des Hauses erwähnte, dass die Familie aus Prinzip kein Fernsehen schauen würde. Außerdem kam noch hinzu, dass diese Familie die allerersten Mieter waren, die bereits einzogen, als noch nicht alle Installationen fertiggestellt waren. Hat vielleicht der Handwerker, der die TV-Leitungen hätte legen sollen, spitzgekriegt, dass die aktuellen Mieter kein besonderes Interesse an TV-Empfang haben? Und hat er vielleicht deshalb einfach „geringen Wert“ darauf gelegt seine Arbeit fachgerecht zu beenden? Diese Vermutung bleibt Spekulation. Was jedoch keine Spekulation bleibt, ist, dass der in Abstimmung mit dem Vermieter gerufene, örtliche Radio- und Fernsehtechniker nach kurzer Messung zu demselben Schluß kam, wie ich: „Da is kein Saft drauf! Auf keiner der Dosen im gesamten Haus besteht Signaleingang. Aber keine Bange!“, sagte der gewiefte Geschäftsmann „Das kriegen wir für Sie hin!“ zwinkerte er unserem Vermieter mit der nonverbalen Aufforderung „Nun gib mir schon den Auftrag, ich schicke dir auch eine feine Rechnung!“ zu.

Der Fernsehtechniker muss über ein Gerüst aufs Dach

Und so kam es auch. Zunächst musste allerdings ein mobiles Gerüst aufgebaut werden. Denn in die schwindelnde Höhe des Dachs durfte der Handwerker keinesfalls mit einer langen Leiter hinaufsteigen. Wenn das die Berufsgenossenschaft erfahren würde, gäbe es böse, böse Ärger! Das bedeutete für uns: weitere fünf Tage warten, bis er das Gerüst bei einer anderen Firma ausgeliehen und vor unserem Haus aufgebaut hatte. Nun konnte er überhaupt erst einmal in die Nähe unserer TV-Schüssel gelangen und die Angelegenheit genau unter die Lupe nehmen. Über Walkie-Talkie-Funkverbindung stand der Meister auf dem Dach mit seinem Gesellen im Keller – dort befindet sich die TV-Verteiler-Dose - durchgehend in Verbindung. Da die Handgurken genauso viel Empfang hatten, wie wir bislang am TV, brüllten die beiden eigentlich nur in die Dinger hinein, damit die „normale Stimme“ von Dach bis Keller reichte. Das war nur solange witzig, wie der Junior nicht nach Schläfchen verlangte. Denn als er schlafen wollte ging die Funkerei äh Brüllerei natürlich weiter: „Uuuund, haste jetzt was???“ schallte es vom Dach. „Nääääää, garnix!“ kam es aus dem Keller zurück. Wie schnell doch so ein Handwerker-Tag vorübergeht, wenn man gut unterhalten wird, dachte ich mir. Einziges Manko: es war zwar lustig, aber mehr als herausgefunden welches Kabel auf dem Dach mit welchem Gegenstück im Keller verbunden ist haben die Profi-Funker an diesem Tag nicht. Noch lustiger wurde es als mir der Chef kurz vor der Abfahrt verkündete, dass am morgigen Donnerstag und auch Freitag eine andere Baustelle eingeplant wäre und man sich am Montag mal melden würde wann man wieder vorbeikommen könne. Macht ja nix. Wer eine ganze Zeit lang kein TV geschaut hat, der kann auch weitere fünf Tage darauf verzichten.

Der Handwerker läßt uns warten und hinterhertelefonieren

Kein Bild, kein Ton - wir kommen schon! ...irgendwann
Kein Bild, kein Ton - wir kommen schon! ...irgendwann

Mit Kind – und ohne Fernsehen - geht die Zeit ja bekanntlich vorüber wie im Flug. Und so fiel mir erst am nachfolgenden Dienstag auf, dass der TV-Spezialist sich entgegen seiner Versprechung montags nicht bei mir gemeldet hatte. Gibt´s ja nicht! Hatte der wohl was Wichtigeres zu tun als uns den TV-Empfang wieder herzustellen!? Unfassbar! Ich rief sofort an und die Dame aus dem Büro sagte mir zu, dass der Chef sich umgehend bei mir melden würde. Dieses Versprechen fiel mir donnerstags auch wieder ein. WTF! Der Kerl hat sich schon wieder nicht gemeldet. Wieder im Büro angerufen, wieder die Dame am Apparat, wieder würde sich der Chef melden. Nene, nicht mit mir! Diesmal lies ich mich nicht abspeisen, sondern verlangte die Handynummer vom Chef. Den hatte ich dann zwei Minuten später an der Strippe. Er telefonierte besser als er funkte und teilte mir mit, dass der morgige Freitag wieder für eine andere Baustelle reserviert wäre. Aber am Montag, da würde er kommen. Ich blieb skeptisch, war dann aber positiv überrascht als die Spezial-Funker Montagvormittag gut gelaunt bei uns klingelten und sich sogleich aufs Gerüst und in den Keller begaben.

Happy End: Die Glotze quillt über vor Kanälen

Um die Geschichte nun zügig dem Ende entgegenzubringen, soll hier lediglich noch gesagt sein, dass die Herrschaften es im Rahmen dieses - ja es klingt verrückt –einzigen Arbeitstages schafften vier TV-Dosen meiner Wahl mit Signal zu beliefern. Die anderen Dosen in der Wohnung werden wohl für alle Zeit nur saftlose Attrappen bleiben. Und um mich vollends zu entzücken, bauten sie sogar noch am selben Tag das Gerüst ab, durch welches wir nun die ganze Zeit haben hindurchklettern müssen, um unsere Haustüre zu erreichen. Der folgende Sendersuchlauf brachte uns Kanäle ein, deren Namen wir noch nie zuvor gehört hatten und die wir nie einschalten werden. Vollkommen egal, hauptsache wir haben sie!


Dieses war der zweite Streich. Die Akte drei und vier folgen gleich. Weiterlesen:

In den nächsten Episoden unserer Umzugs-Odyssee wird es nochmal haariger: Die Stories drei und vier werden noch härter und sind nichts für Warmduscher. Wenn wir sie nicht geregelt hätten, könnten wir heute noch nicht einmal darüber bloggen!

 

Ein Beitrag von Matthias.

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