Dein Baby lernt Essen - und Du am besten Renovieren!

Wenn in der Essens-Evolution nach "Brust" und "Flasche" das Stadium "am-Tisch-Mitessen" beginnt, bricht oftmals eine neue Stufe der Wohnungs-Verwüstung an. Denn nur passiv gefüttert zu werden reicht dem aufrecht sitzenden Nachwuchs bald nicht mehr. Die Windelrocker wollen selbst zu Löffel und Gabel greifen. Dass dabei nicht jede Breiladung ihr Ziel erreicht, kann bedeuten, dass Du im Anschluß länger putzt, als die Raubtierfütterung selbst gedauert hat. Wie wir den Großraum um den Esstisch mit wenigen und günstigen Hilfsmitteln verwüstungssicher gemacht haben, beschreibt der folgende Artikel...

 

Ein Beitrag von Matthias.

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Kleinkinder wollen selbständig Essen - machen dabei aber jede Menge Sauerei

Auch bei uns waren Freude und Stolz groß, als der Junior anfing am Tisch nicht nur gefüttert werden zu wollen, sondern auch selbst immer öfter zu Löffel und Gabel griff. Wir merkten jedoch recht schnell, dass die Augen-Hand-Mund-Koordination des Rackers noch nicht vollends ausgefeilt war. Am Anfang landete der Brei überall, nur nicht im Mund. Zahllose Lätzchen wurden Opfer riesiger Breimassen und unsere Waschmaschine stand in dieser Zeit nicht mehr still. Zusätzlich musste nach jeder Essensschlacht der gesamte Bereich rund um die "Futterzone" geschrubbt - ja geradezu renoviert - werden. Oh man, dachten wir uns, dafür muss es doch eine Lösung geben!

Ein von Nuripod (@nuripod) gepostetes Video am

Eines stand jedoch von Anfang an fest: im Zuge dieser Lösung wollten wir keinesfalls die ambitionierten Ess-Übungen des Juniors beeinträchtigen oder eindämmen. Schließlich machte er gute Fortschritte und immer öfter fand der ein oder andere Löffel den Weg ins Ziel, ohne, dass unterwegs alles verloren ging.

Wir mussten also den Essbereich so ausstatten, dass möglichst viel "Schwund" aufgefangen und nach der Fütterung alles schnell entsorgt werden konnte. Schließlich muss in der täglichen Praxis bereits wenige Stunden nach der einen Nahrungszufuhr wieder alles für die nächste Raubtiermahlzeit bereit stehen.

 

Das nachfolgend beschriebene Equipment haben wir im Laufe der Zeit auf seine Praxistauglichkeit geprüft. Nur was sich bewährt hat, durfte bleiben. Deswegen Füttern wir mit den nachfolgend genannten Hilfsmitteln noch heute (16 Monate). Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass der Junior mittlerweile sehr vieles (bis auf reine Flüssigkeiten) selbständig in die Futterluke hineinjonglieren kann.

 

VIEL SPAß BEIM FÜTTERN!!!

1. Das richtige Lätzchen

Lätzchen gibt es viele. Doch welches ist das richtige für den Alltag?

Gutes Lätzchen zum Essenlernen

Vor allem in der Anfangszeit des Essen-Lernens haben wir unzählige Textil-Lätzchen versaut. In der Praxis sah das so aus: Einmal benutzt - komplett verschmutzt! Und ab in die Waschmaschine damit. So kamen an einem Tag gerne mal fünf dreckige Lätzchen zusammen.

Irgendwann haben wir dann ein Kunststoff-Lätzchen mit "Auffangvorrichtung" (siehe Bild) geschenkt bekommen. Was soll ich sagen: seitdem dieses Accessoire in unseren Haushalt eingezogen ist, benutze ich keine (kaum noch) Textil-Lätzchen mehr.

Denn das Plastik-Riesenteil deckt im Gegensatz zu den oftmals kleinen Stoff-Lätzchen den gesamten Oberkörper von Schulter zu Schulter UND Hals bis Schoß ab. Außerdem fängt es (fast) alles, was nicht daran kleben bleibt, unten in der praktischen Auffangwanne auf. Diese kann nach einer trockenen Mahlzeit (Kekse, Brot etc.) einfach ausgeleert oder nach einer breiigen Fütterung mit der Spül- oder Duschbrause ausgewaschen werden. Bei wirklich großen oder angetrockneten Verschmutzungen, weichen wir das Teil in einer Schüssel mit Wasser ein, waschen es per Hand ordentlich durch und hängen es kurz zum Trockenen auf. Vorzugsweise machen wir diese "Vollwäsche" abends nach der letzten Fütterung. Denn dann kann das Teil bis zum nächsten morgen gemütlich austropfen und trocknen.

Fazit: Zusätzlich zu den Größen-Vorteilen und der unschlagbaren Auffangwanne kann man das Teil auch viel besser reinigen als Stoff-Lätzchen, die eigentlich nach (fast) jeder Nutzung in die Waschmaschine müssen

1.b Nachtrag: Das PERFEKTE Lätzchen!

Optimales Lätzchen für Kind

Nachtrag zu 1.

Kurz nachdem ich die obigen Hinweise zum "richtigen" Lätzchen geschrieben hatte, fanden wir im Drogeriemarkt dieses PERFEKTE Lätzchen. Es setzt noch einen drauf, denn es ist sogar ein ganz-Oberkörper-Lätzchen, welches sogar die Arme bis zum Handgelenk bedeckt. Hinten wird es mit zwei Bändeln in Kragenhöhe zusammengeschnürt. Es trägt sich also wie ein Umhang beim Frisör. Nur mit Ärmeln dran.

Gerade jetzt, wo der Junior begonnen hat für extra und ganz gezielt mit Brei zu schmieren, ist dieses Teil in meiner Liste der Lieblings-Gegenstände gaaanz weit nach vorne gerutscht!

So wie das andere Lätzchen hat es auch unten eine Auffangwanne und ist im üblichen Drogeriemarkt erhältlich.

2. Die Tischunterlage

Tischplatte meets Babybrei - auf Dauer keine gute Kombi

Tischunterlage zum Essenlernen bei Kleinkindern

Ob und welche Art von Tischunterlage man benutzt, hängt sicherlich stark davon ab, welche Art von Tisch man besitzt. Von hochwertigem, unbehandeltem Naturholz aus Designerhand bis hin zu komplett lackiertem Pressholz aus Schweden gibt es viele Esstisch-Varianten. Ab dem Moment ab welchem der Nachwuchs daran zu Essen beginnt, werden einem die hölzernen Vierbeiner jedoch unabhängig von der Preisklasse zu schade, um sie dem puren Brei-Vandalismus auszusetzen. Also muss irgendein Schutz her für den Bereich an welchem am häufigsten gepampt wird.

In unserem Fall (Früher: unbehandelter Naturholztisch. Mittlerweile: lasiertes Vollholz) war klar, dass wir die Tischplatte vor dem Eindringen von Flüssigkeiten und halbfesten Nahrungsbestandteilen schützen wollen. Kurzerhand fanden wir im Keller noch ein Stück (ca. 70 x 40 cm) einer etwas dickeren Lacktischdecke. Das sind die Teile, die man sonst auf Biertischgarnituren bei Grillfeiern auflegt. In ihren o.g. Ausmaßen und der Tatsache, dass man sie nach beendeter Essens-Schlacht ganz einfach zusammenknüllen und in der Spüle oder über dem Mülleimer ausschütteln kann, überzeugt sie uns bis heute. Bei kleinen Verunreinigungen kann man schnell mal einem feuchten Spültuch nachwischen. Bei größeren oder angetrockneten Resten einfach in Dusche oder Badewanne abbrausen, mit Spülbürste oder Schwamm schrubben und zum Trocknen (Abtropfen) aufhängen.

Bonus-Tip: Nachdem wir von einem unbehandelten Naturholztisch (= griffige Oberfläche) auf einen lasierte Vollholztisch (= sehr glatte Oberfläche) umgestiegen sind, rutschte die Lacktischdecke plötzlich bei der kleinsten Berührung hin und her oder fiel sogar samt Beladung vom Tisch. Die Lösung fand sich in einer Antirutschmatte aus dem Baumarkt. Diese auf das Maß der Lacktischdecke zugeschnitten und zusätzlich  untergelegt, sorgt sie für die altbekante Griffigkeit (siehe Bild).

3. Die Stuhlunterlage

Eine Plastikdecke unterm Hochstuhl schont Boden und Rücken

Stuhlunterlage in Form einer PLastickdecke unterm Hochstuhl

Wenn der Junior den vollbeladenen Löffel kräftig schwingt, wird längst nicht alles vom Lätzchen und der Tischunterlage aufgefangen. Bei jeder Mahlzeit mogelt sich etwas durch und landet auf dem Boden. Weil wir keine Lust hatten nach jedem Essen auf allen Vieren den Boden von Nudeln, Brei, Brot und zerquetschten Bananen zu befreien, musste auch hierfür eine alltagstaugliche Lösung her!

Diese fand sich - mal wieder recht simpel - im Keller. Dort stolperten wir über eine runde Gartentischdecke, die schon etwas in die Jahre gekommen war. Mit Ihrem Durchmesser von ca. 2 m fängt sie 95% der herabfallenden Essensreste auf. Voraussetzung dafür: Der Junior muss samt Stühlchen zentral auf der Unterlage positioniert werden (siehe Bild).

Da die Decke oben aus einer wasserfesten und unten aus einer Vlies-Schicht besteht, bringt sie optimale Eigenschaften für die Praxis mit: Alles was darauf landet, ob flüssig oder fest, bleibt zunächst darauf liegen und kann später kinderleicht abgewischt werden. Trotzdem rutscht das untere Vlies sehr gut auf glatten Böden, sodass Kind + Stuhl inklusive der Decke an den Tisch heran und davon weg geschoben werden können. Das schont den Rücken trotz täglich mehrmaliger Nutzung!

Ist der Mampf vorüber, einfach Stuhl samt Kind und Decke vom Tisch wegziehen. Kind rausheben, Stuhl entfernen, die Unterlage zusammenfalten und an geeigneter Stelle ausleeren. Feuchtes Nachwischen sorgt für den Rest. Einmal in der Woche ein Vollbad in der Badewanne und schon hat die Unterlage eine lange und möglichst hygienische Lebensdauer.

Wenn die Decke gerade nicht im Einsatz ist, kann sie zusammengeknüllt im Stuhl gelagert werden und beim ersten Hungerschrei mit einem gekonnten Handgelenkswurf wie ein Fischernetz entfaltet werden.

Fazit: So darf dein Kind beim Essen Sauerei machen...

...und du bleibst cool, weil mit diesen Utensilien in wenigen Handgriffen alles wieder sauber ist!

  • Nutze ein großes Plastik-Lätzchen mit Auffangwanne
  • Schützen den Tisch mit einer dicken Lacktischdecke (ca. 70 x 40 cm) als abwaschbare Tischunterlage
  • Bonus bei glatter Tischplatte: Antirutschmatte zwischen Tisch und Tischunterlage
  • Halte den Boden mit einer (runden) Plastiktischdecke (Ø 2m) als Unterlage für den Hochstuhl zu 95% sauber

 

Ein Beitrag von Matthias.

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Kommentare: 2
  • #1

    Manfred (Montag, 20 Februar 2017 22:20)

    Also ganz ehrlich, wie haben 4 (VIER) Kinder großgezogen. Das erste kam, da war meine Frau 20, dann mit 22 das zweite, mit 25 das dritte und 28 das vierte. Also relativ dicht aufeinander und alles Wunschkinder. Also nicht passiert.
    Und unsere Erfahrung beim Essenlernen war ganz anders. Es gab keine Sauereien und nein, unsere Kinder wurden weder geschlagen noch gezwungen.
    Mir scheint heute ist alles viel komplizierter. Nun gut, zu der Zeit gab es nicht mal Internet oder smartphones. Wir hatten also viel mehr Zeit. Fernsehen gab es auch eine ganze Zeit lang nicht. Freiwillig. Dafür eben viel miteinander.

  • #2

    Matthias von maximalplanet.com (Dienstag, 21 Februar 2017 12:42)

    Hallo Manfred,
    danke für Deinen Beitrag aus Sicht eines vierfachen Papas! Ich persönlich glaube nicht, dass es heute wesentlich komplizierter ist Kinder großzuziehen als es früher einmal war. Vielleicht ist tatsächlich der einzige Unterschied, dass heute weniger Kinder pro Familie aufwachsen und wir jung-Eltern deswegen etwas mehr Tamtam um den einzelnen (meist auch einzigen) machen, als ihr es früher mit 3-4 Kindern machen konntet!?

    Jetzt schalte ich den Kasten aus und verbringe Zeit mit dem Junior beim Bagger-Beobachten. Siehe: http://bit.do/baggergucken

    Viele Grüße, Matthias von maximalplanet.com